Torfkahnmuseum

Torfkahnmuseum

Torfkahn-logo

Verlässt man das ehemalige Klostergelände in westlicher Richtung steht man vor einer Scheune, die ursprünglich Teil einer Hofanlage in Ritterhude war. Nun beherbergt sie eine beeindruckende Sammlung von Kähnen, die speziell in der weiten Landschaft des Teufelsmoores zum Einsatz kamen.
Darunter befindet sich eine Schute, die in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus einem Moorkanal geborgen und aufwendig über Jahre trockengelegt und konserviert wurde. Um diesem außergewöhnlichen Fund den richtigen Rahmen zu geben, wurde in bemerkenswertem Einsatz die Scheune in Ritterhude abgebaut und um die Lastenschute herum erneut aufgebaut. Nun nimmt das Boot in stattlicher Größe fast die ganze Länge des Gebäudes ein.
im Torfkahnmuseum kann man in anschaulicher Weise erleben, wie sehr das Leben der Torfbauern von Wasser und Moor geprägt war, mit welchem Erfindungsreichtum und welch speziellen Techniken die Menschen sich damals an ihren Lebensraum angepasst haben. Die verschiedenen Kähne und Boote machten Torfabbau und Handel mit dem braunen Rohstoff überhaupt erst möglich.
Als die Bauern, die Torfstecher, die Torfkahnschiffer täglich um Überleben kämpften, entdeckten die Künstler Ende des 19. Jahrhundert den Blick auf die leuchtende Landschaft in Wort und Bild.
Während im 18. Jahrhundert größte Anstrengungen unternommen wurden, die Wildnis urbar zu machen, und Moorkommisar Jürgen Christian Findorff erfolgreich Strategien entwickelte um Land systematisch trocken zu legen und Lebensraum für Menschen zu schaffen, verklärten und verehrten Künstler bis heute das Ursprüngliche und Archetypische der Landschaft Moor.
In dieser widersprüchlichen Dynamik steht heute immer noch die Faszination des Teufelsmoores:
Mystik und romantische Verklärung, Tourismus und kommerzieller Torfabbau, wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen und einmalige Kulturlandschaft.

„Birken, Birken, Kiefern und alte Weiden. Schönes braunes Moor, köstliches Braun! Die Kanäle mit den schwarzen Spiegelungen, asphaltschwarz. Die Hamme mit ihren dunklen Segeln, es ist ein Wunderland, ein Götterland. Ich habe Mitleid mit diesem schönen Stück Erde, seine Bewohner wissen nicht, wie schön es ist.“ (Paula Modersohn- Becker)